Kapitel 8: Der Preis der Wahrheit
Die Hexe lachte, ein Geräusch, das wie das Zerbrechen von Glas klang, als sie sah, wie Hänsel in die Knie sank. Die Illusion ihrer Eltern begann zu flackern und gab den Blick auf die wahre Form der Hexe frei – ein groteskes Wesen aus Schatten und Hunger.
„Ihr seid so zerbrechlich“, flüsterte die Stimme in ihrem Kopf. „Euer Stolz, eure Technologie, eure Suche nach Beweisen... alles ist nur ein Spiel. Ihr habt die Wahrheit gesucht, aber ihr seid nicht bereit, den Preis dafür zu zahlen.“
Gretel blickte auf den schwarzen Kristall im goldenen Käfig. Sie bemerkte nun, dass das Pulsieren des Kristalls synchron mit den Herzschlägen ihres Bruders verlief. Der Kristall war kein bloßes Objekt; er war ein Speicher. Er speicherte die Angst, die Zweifel und die Erinnerungen derer, die diesen Ort besucht hatten. Die Hexe ernährte sich nicht von Fleisch, sondern von der emotionalen Energie der Verwirrung und des Schmerzes.
„Sie füttert sich mit uns“, erkannte Gretel. „Je mehr wir versuchen, die Situation rational zu lösen, je mehr wir verzweifeln, desto stärker wird sie.“