Kapitel 6: Das Echo des Lebkuchenhauses - 19 / 37 Seiten

Kapitel 6: Das Echo des Lebkuchenhauses

Sie gingen weiter, doch nun war der Marsch ein Kampf gegen die eigene Wahrnehmung. Die Zeit schien sich zu dehnen. Minuten fühlten sich wie Stunden an, und die Farben des Waldes verblassten zu einem eintönigen Grau.

Doch dann, fast wie aus dem Nichts, änderte sich die Atmosphäre. Die Luft wurde plötzlich warm, fast stickig, und der Duft von Zucker und Gebäck wurde so überwältigend, dass es fast wehtat.

Sie traten auf eine Lichtung, die nicht in jede Karte gepasst hätte. Es war ein kreisrunder Bereich, in dessen Zentrum die Vegetation völlig fehlte. Stattdessen war der Boden bedeckt mit einer Schicht aus weißem, kristallinem Staub, der im fahlen Licht glitzerte wie zerstoßener Zucker.

„Wir sind da“, sagte Hänsel. Seine Stimme zitterte. Er versuchte, sein Smartphone zu benutzen, doch das Gerät war tot. Alle Batterien waren innerhalb von Sekunden auf Null gesunken, obwohl sie vor einer Stunde noch voll geladen waren.

In der Mitte der Lichtung stand kein Haus. Es gab keine Wände aus Lebkuchen, keine Fenster aus Zuckerglas und kein Dach aus Marzipan.