Kapitel 4: Digitale Anomalien - 12 / 37 Seiten

Kapitel 4: Digitale Anomalien

Die erste Nacht im Wald verbrachten sie in einem kleinen, provisorischen Camp. Sie hatten ihre Zelte in einer kleinen Senke aufgeschlagen, um vor dem Wind geschützt zu sein. Doch der Schlaf wollte nicht kommen.

Hänsel saß die ganze Nacht wach und analysierte die Daten der ersten Drohnenflüge. Er hatte etwas gefunden, das ihn in Alarmbereitschaft versetzte. In den Aufnahmen, kurz bevor das Signal abgebrochen war, gab es einen Frame – einen einzigen Bruchteil einer Sekunde –, in dem die thermische Kamera etwas erfasst hatte. Es war kein punktförmiger Hitzeausstoß, wie sie es von den Satellitendaten kannten. Es war eine Form. Eine menschliche Gestalt, die exakt im Zentrum der Anomalie stand. Aber die Gestalt war nicht heiß; sie war absolut schwarz. Ein „Kaltpunkt“, der die Umgebungstemperatur förmlich aufsaugte.

„Das ist physikalisch unmöglich“, flüsterte er zu sich selbst. „Nichts kann kälter sein als die Umgebung, ohne Energie zu verbrauchen oder eine chemische Reaktion auszulösen.“