Epilog: Die Stille der Wahrheit
Die Wochen nach ihrer Rückkehr waren geprägt von medizinischen Untersuchungen und unzähligen Fragen. Die Ärzte konnten sich nicht erklären, wie sie einen Monat lang ohne nennenswerte Nahrung und Wasser im Wald überlebt hatten. Die Psychologen versuchten erneut, ihre Geschichte als „dissoziative Fugue“ oder „gemeinsames Delirium“ abzutun.
Hänsel und Gretel antworteten ihnen nicht mehr.
Sie hatten alles verloren. Die Drohnen waren Schrott, die Kameras waren geschmolzen, die Daten waren gelöscht. Es gab keinen Beweis, kein Video, kein Foto, das der Welt hätte beweisen können, dass die Hexe real war und dass sie die Zeit selbst verbogen hatte. In den Augen der Welt waren sie einfach nur zwei Teenager, die einen Monat lang im Wald verschollen waren und nun unter einem schweren Trauma litten.
Doch eines Abends, als sie gemeinsam im Garten saßen und die untergehende Sonne beobachteten, griff Gretel in ihre Tasche. Sie zog einen kleinen, glitzernden Splitter aus dem schwarzen Kristall hervor, den sie unbewusst in ihrer Handfläche festgehalten hatte, als der Käfig zerbrach.
Hänsel sah den Splitter an. Er war winzig, fast unsichtbar, doch er pulsierte noch immer in einem ganz schwachen, dunklen Rhythmus.
„Wir haben keinen Beweis für die Welt“, sagte Hänsel leise.