Kapitel 11: Millisekunden - 55 / 72 Seiten

Kapitel 11: Millisekunden

Ich hatte wertvolle Zeit verloren, und ich lag weit hinter dem Hauptfeld zurück. Aber ich war nicht mehr derselbe Pilot wie vor dem Ausfall. Die Erfahrung der totalen Hilflosigkeit hatte etwas in mir verändert. Ich hatte keine Angst mehr vor dem Absturz; ich hatte nur Angst davor, nicht alles aus mir herauszuholen.

Ich begann, die Lücke zu schließen. Ich flog die RT300 an der absoluten Grenze. Ich nutzte die instabile Energie des alten Injektors, um kurze, heftige Beschleunigungsschübe zu setzen, die meine Organe fast aus dem Körper drückten. Ich ignorierte die Warnlampen, die wie hysterische Lichter an meinem Dashboard blinkten. Ich war nur noch eine Funktion der Geschwindigkeit.

Und dann, als ich in den letzten Sektor des Rings eintrat, passierte es.

Der dunkle Schatten, die RM3500, tauchte wieder auf. Sie war nicht mehr hinter mir; sie flog direkt neben mir. In der Enge des letzten Korridors gab es kaum Platz für zwei Schiffe, und die Spannung zwischen uns war fast physisch greifbar.

Plötzlich knackte das Funkgerät. Es war keine verzerrte Stimme, sondern eine klare, tiefe Stimme, die eine Ruhe ausstrahlte, die mich fast schwindlig machte.