Kapitel 10: Das Schweigen der Triebwerke
Der zweite Sektor des Klydon-Rings war noch tückischer als der erste. Während der erste Teil ein Labyrinth aus Stein war, bestand der zweite Teil aus instabilen Gaswolken und ionisierten Staubstürmen, die die Sensoren blendeten und die Kommunikation störten. Es war ein Ort, an dem man nicht mehr nur auf seine Augen vertrauen konnte, sondern auf sein Gefühl für die Maschine.
Ich flog mit maximalem Einsatz. Die RM3500, der dunkle Schatten hinter mir, war immer noch da. Sie hielt einen konstanten Abstand, fast so, als würde sie mich studieren, meine Bewegungen analysieren, um im perfekten Moment zuzuschlagen. Es war ein psychologischer Krieg bei Mach 12.
„Charlie, dein Kern läuft heiß!“, warnte David über den Funk, doch die Stimme war durch die ionischen Stürme verzerrt und klang wie ein ferner Geist. „Du musst die Temperatur senken, sonst...“
Das Wort „sonst“ wurde vom lautesten Geräusch unterbrochen, das ein Pilot jemals hören möchte.
Ein metallisches Reißen, gefolgt von einem dumpfen Schlag, der sich durch das gesamte Schiff schüttelte. Dann kam das Schweigen.