Kapitel 11: Millisekunden - 56 / 72 Seiten

Kapitel 11: Millisekunden

„Du hast einen interessanten Stil, Kleiner“, sagte die Stimme. „Sehr aggressiv. Fast schon verzweifelt. Aber Verzweiflung ist ein schlechter Navigator.“

Ich starrte auf das massive Schiff neben mir. „Wer bist du?“, fragte ich, während ich das Schiff in eine riskante Kurve zwang, um die Nase vorne zu haben.

„Jemand, der weiß, dass Geschwindigkeit nichts wert ist, wenn man nicht weiß, wohin man fliegt“, antwortte die Stimme. „Du hast Mut, das. Aber Mut ohne Kontrolle ist nur ein schneller Weg in den Tod.“

Das war kein einfaches Rennen mehr. Es war ein psychologisches Duell. Der Pilot der RM3500 spielte mit mir. Er ließ mich glauben, ich könnte ihn überholen, nur um im letzten Moment mit einer minimalen Bewegung die Lücke zu schließen. Es war, als würde er mich lehren, während wir mit tausenden Kilometern pro Stunde durch den Stein rasten.

„Hör auf dein Schiff, nicht auf deine Angst“, flüsterte die Stimme. „Die RT300 schreit, weil sie am Ende ist. Wenn du sie zwingst, wird sie brechen. Wenn du mit ihr fließt, wird sie dich tragen.“