Kapitel 2: Der Versprechen-Moment - 8 / 72 Seiten

Kapitel 2: Der Versprechen-Moment

Halloway sah uns an, sah unsere zu großen Hemden und die glänzenden Augen. Er lachte nicht. Stattdessen beugte er sich zu uns herunter.

„Ihr wollt also weg hier, was?“, fragte er. Seine Stimme klang wie Kies, der über Metall rollt.

„Ich will eine RT300 fliegen“, sagte ich, und meine Stimme zitterte nur ein wenig.

Halloway zog eine Augenbraue hoch. Er griff in seine Tasche und holte ein kleines, holografisches Gerät hervor. Mit einem kurzen Klick projizierte er ein Bild in die Luft zwischen uns. Es war kein Schiff, sondern eine Karte. Ein Netz aus leuchtenden Linien, die Millionen von Punkten verbanden. In der Mitte war ein kleiner, blasser blauer Punkt – die Erde. Und direkt daneben ein winziger, silberner Punkt – der Mond.

„Seht euch das an“, sagte Halloway. „Das ist das Netz. Die meisten Menschen hier unten verbringen ihr ganzes Leben in diesem kleinen blauen Kreis. Sie glauben, dass die Welt hier endet. Aber das Netz ist lebendig. Es atmet. Es wächst jede Sekunde. Wer hier unten bleibt, sieht nur den Staub. Wer den Puddle-Jumper nimmt, sieht die Sterne.“

Er sah mich direkt an, und in seinen Augen lag eine Intensität, die mich fast zurückweichen ließ.