Kapitel 10: Das Schweigen der Triebwerke
Es war kein plötzliches Aus, sondern ein langsames, qualvolles Sterben. Die RT300 stieß einen letzten, klagenden Ton aus, und dann erloschen die Hauptanzeigen. Das tiefe Summen des Triebwerks, das mich die letzten Stunden begleitet hatte, verstummte. Ich spürte, wie der Vorwärtsschub verschwand und die Trägheit mich mit einer brutalen Gewalt in den Sitz presste, während ich unkontrolliert aus der Ideallinie driftete.
„David! David, hörst du mich? Das Triebwerk ist weg! Ich habe keinen Schub mehr!“, schrie ich in das Funkgerät, doch alles, was ich hörte, war ein statisches Rauschen. Die ionischen Stürme hatten die Verbindung gekappt.
Ich war allein. Inmitten eines Asteroiden-Rings, ohne Antrieb, in einem Schiff, das nun nichts weiter war als eine sehr teure Metallkapsel, die langsam in die Tiefe stürzte.
Die Panik stieg in mir auf wie eine Flut. Ich versuchte, die Notreserven zu aktivieren, doch die Anzeigen zeigten nur rote Warnlampen. Das System war kollabiert. Ich sah, wie die anderen Schiffe an mir vorbeischossen, wie sie mich als einen toten Punkt in ihrer Peripherie wahrnahmen und einfach weiterzogen. Niemand hielt an. In der Galaktischen Rallye gab es keinen Platz für Rettungsmissionen. Wer ausfiel, blieb zurück.