Kapitel 2: Die Festung des Barons
Nach einigen Minuten hatten sie die Oberkante der Mauer erreicht. Sie ließen sich lautlos in den Innenhof gleiten, genau in dem Moment, als die Wachablösung stattfand. Der Hof war ein Ort des Chaos. Pferde schnaubten in ihren Ställen, Schmiede hämmerten auf glühendem Eisen, und Diener rannten mit schweren Tabletts voller Essen in Richtung des Palastes. Inmitten dieses Treibens stand der Baron von Rabenstein. Er war ein massiger Mann mit einem gepflegten, aber steilen Schnurrbart und einem Mantel aus purpurrotem Samt, der fast den Boden berührte. Er schrie gerade einen seiner Untergebenen an, wobei sein Gesicht in einem ungesunden Rotton leuchtete.
„Ich will die Informationen über die Krone bis Sonnenuntergang haben!“, brüllte der Baron. „Wenn der Gelehrte immer noch schweigt, werdet ihr alle spüren, wie es ist, in den Kerker geworfen zu werden!“
Die Bären tauschten besorgte Blicke aus. Die Zeit drängte. Mit Leos Hilfe, der ihnen flüsternd die Wege durch die Gänge erklärte, schlichen sie sich in die Tiefe der Burg. Sie bewegten sich wie Schatten durch die Korridore, versteckten sich hinter schweren Wandteppichen und nutzten ihre Fähigkeit, sich in winzige Nischen zu zwängen, wenn eine Patrouille an ihnen vorbeizog.