Kapitel 7: Das digitale Labyrinth - 25 / 37 Seiten

Kapitel 7: Das digitale Labyrinth

„Ihr wolltet Beweise, nicht wahr?“, hallte es in ihren Köpfen. „Ihr wolltet die Wahrheit sehen. Aber die Wahrheit ist ein Spiegel, Kinder. Und in diesem Spiegel seht ihr nur das, was ihr zu sehen glaubt.“

Plötzlich geschah etwas Seltsames. Die Umgebung begann zu „glitchen“. Es war, als würde die Realität selbst eine niedrige Bildrate bekommen. Die Bäume am Rand der Lichtung flackerten, verschwanden für einen Bruchteil einer Sekunde und tauchten an einer anderen Stelle wieder auf. Der weiße Kristallboden unter ihren Füßen begann sich zu verformen und bildete plötzlich Wege, die ins Nirgendwo führten.

„Wir müssen hier weg! Jetzt!“, schrie Gretel und griff nach Hänsels Arm.

Doch als sie versuchten, die Lichtung zu verlassen, stellten sie fest, dass der Weg zurück nicht mehr existierte. Egal in welche Richtung sie liefen, sie landeten immer wieder im Zentrum der Lichtung, direkt vor dem goldenen Käfig und dem pulsierenden schwarzen Kristall.

Es war ein digitaler Loop. Ein endloser Kreislauf, aus dem es kein Entkommen gab.

„Das ist ein räumliches Paradoxon“, stammelte Hänsel, während er panisch versuchte, die Drohne über ein manuelles Override-Signal zurückzuholen. „Sie hat die Geometrie des Ortes manipuliert. Wir befinden uns in einer geschlossenen Schleife.“