Kapitel 2: Das Arsenal der Vernunft - 7 / 37 Seiten

Kapitel 2: Das Arsenal der Vernunft

Gretel beobachtete ihn mit einer Mischung aus Bewunderung und Sorge. Hänsel hatte fast sein gesamtes Erspartes in die Ausrüstung gesteckt. Er hatte eine Drohne mit LiDAR-Scanner gekauft, die in der Lage war, die Vegetation digital „durchzusehen“ und die Bodenstruktur darunter zu kartografieren. Dazu kamen zwei hochauflösende Kameras mit Nachtsichtfunktion, eine Reihe von autonomen GPS-Beacons, die sie in regelmäßigen Abständen im Wald platzieren wollten, und ein Satelliten-Telefon, falls das Mobilfunknetz – wie erwartet – zusammenbrechen würde.

„Glaubst du wirklich, dass ein LiDAR-Scanner uns hilft, wenn wir auf etwas treffen, das physikalisch nicht existieren dürfte?“, fragte Gretel leise. Sie saß auf dem Bett und drehte eine alte Kette zwischen ihren Fingern, ein Überbleibsel aus ihrer Kindheit.

Hänsel hielt inne. „Das ist genau der Punkt, Gretel. Wenn die Sensoren etwas registrieren, das nicht da sein sollte, dann haben wir den ultimativen Beweis. Stell dir vor: Ein Thermalbild, das eine Hitzequelle zeigt, aber die Kamera sieht absolut nichts. Das wäre die wissenschaftliche Definition eines Geistes oder einer magischen Entität. Wir würden die Parapsychologie revolutionieren.“

Gretel lächelte schwach. Hänsel wollte die Welt revolutionieren; sie wollte einfach nur den Frieden finden, den man nur hat, wenn man weiß, dass man nicht verrückt ist.