Kapitel 2: Die Festung des Barons
Der Weg zur Burg Rabenstein führte die Gumbibärenbande und ihren neuen Freund Leo durch dichte Wälder und über schmale Pfade, die kaum breit genug für einen einzigen Wanderer waren. Leo führte sie mit einer Vorsicht an, die fast an Paranoia grenzte. Er kannte jeden Busch und jeden Stein, hinter dem sich eine Patrouille des Barons verbergen konnte. Für die Bären hingegen war die Reise ein Abenteuer. Sie hüpften über Bäche, balancierten auf umgestürzten Baumstämmen und bewunderten die fremdartige Natur der Vergangenheit.
„Wir müssen leise sein“, flüsterte Leo immer wieder, während er mit nervöser Miene über die Schulter blickte. „Wenn der Baron erfährt, dass es Eindringlinge gibt, wird er das ganze Dorf in Brand stecken, nur um uns zu finden.“
Die Bären nickten ernst, doch ihre Neugier war ungebrochen. Als sie schließlich den Fuß des Felsens erreichten, auf dem die Burg thronte, hielten sie den Atem an. Die Festung war gewaltig. Massive graue Mauern aus grob gehauenen Steinen ragten steil in den Himmel, und ein tiefer Graben, gefüllt mit trübem, grünlichem Wasser, trennte den Außenbereich von der eigentlichen Burg. Die Zugbrücke war geschlossen, und auf den Zinnen standen Wachen in schweren Eisenrüstungen, die mit ihren Hellebarden rhythmisch auf den Boden stießen.