Kapitel 5: Die Schmiede der KIs
„Die KI baut Perfektion“, erklärte er mir eines Nachmittags, während er nervös mit einem kleinen Teil in der Hand spielte. „Aber Perfektion ist langweilig, Charlie. Perfektion hat keine Persönlichkeit. Ein Schiff muss eine Schwäche haben, an der man ansetzen kann, um es besser zu machen. Die RT300 hat die wunderbarste Schwäche von allen: sie will schneller sein, als die Fabrik es zulässt.“
Ich merkte, dass ich in David einen Verbündeten gefunden hatte. Er war nicht nur ein Mechaniker; er war jemand, der die gleiche Unruhe in sich trug wie ich. Wir beide passten nicht in die perfekt geölte Maschinerie von Neu-Shenzhen. Wir waren die Fehler im System.
Als an vierzehntem Tag endlich das Signal kam, dass meine RT300 bereit war, stand David bereits neben mir. Er sah nicht auf das Schiff, das langsam aus der Fertigungsschleuse glitt, sondern auf mich.
„Okay, Charlie. Jetzt beginnt der eigentliche Teil. Wir nehmen dieses sterile Stück Metall und wir machen daraus ein Monster.“